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Die Region 2025: Digitalisierung und Innenstadtentwicklung

24.10.2016 | Velbert

Die Region 2025: Digitalisierung und Innenstadtentwicklung

Mehr als 70 Gäste waren der Einladung der Wirtschaftsjunioren (WJ) Niederberg zur dritten Podiumsdiskussion ins Best Western Parkhotel Velbert gefolgt. Die Bürgermeister der Städte Velbert und Heiligenhaus, Dirk Lukrafka und Dr. Jan Heinisch, Dr. Ulrich Biedendorf (Geschäftsführer Standortpolitik IHK zu Düsseldorf) sowie die Wirtschaftsjunioren Felix Kaiser (Kaiser Werkzeugbau Velbert) und Tim Kartheuser (Kartheuser Immobilien Velbert/Ratingen) diskutierten auf der Bühne darüber, wie die Region Niederberg im Jahr 2025 aussehen wird. Moderiert wurde der Abend vom WJ-Kreisvorsitzenden Robin Clemens (bitloft GmbH).

Großen Raum nahm dabei die Auseinandersetzung mit den Innenstädten ein. Neben der Einzelhandelssituation spielte auch die Gestaltung als Grundlage für Aufenthaltsqualität eine Rolle. „Stationärer Einzelhandel hat sich immer schon durch Beweglichkeit ausgezeichnet“, sagte Dr. Ulrich Biedendorf. „Er wurde schon oft totgesagt in den vergangenen Jahrzehnten und hat doch immer überlebt. Er wird auch den Online-Trend überstehen.“ Es gehe aber darum, dass die Innenstädte sich den Veränderungen stellen und ihrer Rolle als Orte der Begegnung bewusst bleiben. „Wir haben gute Voraussetzungen, die Wahrnehmung der Innenstadt als wertvollen Aufenthaltsort zu stärken – mit moderaten Immobilienpreisen mitten zwischen den Metropolregionen“, brachte Tim Kartheuser für Velbert auf den Punkt. Beide Bürgermeister verteidigten die Pläne hinsichtlich der Größe und Verteilung der Einkaufszentren.

Zuvor sprachen die Teilnehmer auf dem Podium über Chancen und Gefahren der Digitalisierung in der Industrie. Dabei waren sich alle einig, dass die großen Unternehmen der Region bereits gut aufgestellt sind und bisherige Herausforderungen, beispielsweise den Wandel vom mechanischen Schlüssel zum Chip, gemeistert haben. Allerdings sei die Frage, wo die Produktion in Zukunft stattfindet. Durch zunehmende Digitalisierung der Produktionsprozesse werde es einfacher, Produkte dort herzustellen, wo sie gebraucht werden. „Die Notwendigkeit langer Transportwege und der Produktion in fernen Ländern wird dadurch minimiert“, meinte Dr. Ulrich Biedendorf. Aus der Praxis wusste WJ-Mitglied Felix Kaiser zu berichten, dass „die Digitalisierung auch uns als kleinen Produktionsbetrieb mit voller Wucht getroffen hat.“ Papierplänen seien inzwischen komplett durch digitale Technik ersetzt und der Weg werde auch noch weiter gehen. „Es wird immer wichtiger, Maschinen und Produktionsprozesse lückenlos zu überwachen und mit dem Smartphone den Status abfragen zu können.“ Für Tim Kartheuser, ebenfalls WJ-Mitglied und für den Dienstleistungssektor auf dem Podium, spielt die Digitalisierung bei der Vernetzung der beiden Standorte seines Unternehmens in Velbert und Ratingen eine große Rolle. „Die Kommunikation und Datenübermittlung muss einwandfrei funktionieren.“

Dass auch die Bildungssysteme sich auf diesen neuen Bedarf einstellen müssen, war ebenfalls Thema. Mit dem Campus Velbert/Heiligenhaus und seinem Studienangebot seien bereits gute Angebote geschaffen, aber wie Grund- und weiterführende Schulen sich darauf einstellen müssen und können sei noch fraglich. „Wenn Abiturienten noch nichts von PowerPoint gehört haben, dann läuft da was nicht richtig“, sagt Kartheuser.

Weitere Themen waren die angespannten Haushalte der Kommunen, die Chancen, die der A44-Lückenschluss für die Neuansiedlung von Unternehmen gibt und wie sich die Region durch stärkere Zusammenarbeit und gemeinsame Vermarktung besser aufstellen kann.

Stefan Mülders

Fotos: Agnes Nissen


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